Phase 2

Losverfahren

September 2019

Eine Besonderheit am Bürgerrat Demokratie ist das Losverfahren: Zufällig ausgewählte Menschen sprachen über dringliche politische Fragen. Das hatte mehrere Vorteile:

1. Die Ausgelosten haben ihre üblichen Filterblasen verlassen und kamen mit anderen in Kontakt, mit denen sie sonst eher nicht ins Gespräch gehen würden.

2. Es saßen nicht nur die "üblichen Verdächtigen", also ohnehin politisch aktive und überwiegend hochgebildete Menschen, zusammen.

3. Beim Bürgerrat Demokratie wurden politische Fragen jenseits von Machtfragen diskutiert. Die Zusammensetzung des Bürgerrats war durch die Zufallsauswahl so vielfältig, dass Partei- oder Organisationsinteressen hier keine Rolle spielten, sondern jeder Mensch einfach für sich sprach.

Die Auslosung lief computergestützt und in zwei Schritten: Zuerst wurden Gemeinden, dann über deren Einwohnermelderegister Personen ausgewählt. Die Ausgelosten wurden eingeladen. Konnten oder wollten sie nicht teilnehmen, wurde ein Ersatz ausgelost. Es wurde so lange eingeladen. bis die Bevölkerung in Deutschland möglichst gut repräsentiert war. Es wurden 98 Gemeinden angeschrieben, von denen 76 Daten zur Verfügung gestellt haben. Anhand dieser Daten wurden 4.362 Personen angefragt, um 160 Menschen für den Bürgerrat zu gewinnen. Diese kamen dann aus 49 Städten und Gemeinden.