Bürger-Ideen für's Wiener Klima

06. November 2022
Stadt Wien

Die Klimakrise betrifft alle. Die Stadt Wien hat deshalb das Projekt „Wiener Klimateam“ gestartet. Für die Stadtteile Margareten, Simmering und Ottakring waren alle Einwohner aufgerufen, ihre Klimaschutz-Ideen einzubringen. Zufällig geloste Bürger-Jurys entscheiden im November 2022, welche Projekt-Ideen in ihren Bezirken umgesetzt werden. Bedingung: Jede Idee muss eine positive Klimawirkung haben und von der Stadt Wien innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden können.

Mit dem Wiener Klimateam beschreitet die Stadt Wien laut eigener Aussage neue Wege der Beteiligung und Kooperation: „Wiener können ihr Lebensumfeld direkt mitgestalten und ihre Ideen zusammen mit Politik und Verwaltung in die Umsetzung bringen. Alle Beteiligten ziehen an einem Strang und lernen voneinander. Das Wiener Klimateam geht damit als Beispiel für gemeinsames Handeln voran, das wir im Kampf gegen die Klimakrise so dringend brauchen“, heißt es auf der Internetseite der Stadt.

Sechs Handlungsfelder

Die Einwohner der österreichischen Hauptstadt haben im April und Mai 2022 in sechs Handlungsfeldern Ideen entwickelt:

  • Klimafreundlich unterwegs sein 
  • Erneuerbare Energie nutzen
  • Nachhaltig essen und trinken
  • Teilen und wiederverwenden 
  • Stadtraum klimafit gestalten
  • Bewusstsein schaffen und zusammenarbeiten

In dieser Phase fanden in den Bezirken Aktionswochen mit Veranstaltungen im öffentlichen Raum und Projektwerkstätten statt. 

1.110 Ideen eingebracht

Insgesamt haben die Teilnehmer des Beteiligungsverfahrens 1.110 Ideen eingebracht. Diese Ideen wurden von städtischen Fachleuten daraufhin überprüft, ob sie wirksam und umsetzbar sind. Grundlage dafür waren ein Kriterienkatalog und die fachliche Einschätzung der Expertinnen und Experten.

Akzeptiert wurden Vorschläge,

  • die einen Beitrag für ein nachhaltiges und lebenswertes Margareten, Simmering und Ottakring leisten.
  • die zu sozialer Gerechtigkeit, Gemeinschaftsbildung und einem guten Leben für viele Bevölkerungsgruppen beitragen.
  • die voraussichtlich innerhalb von zwei Jahren von der Stadt bzw. im Auftrag der Stadt / der Bezirke technisch und legistisch umgesetzt werden können.
  • die dem öffentlichen Interesse dienen und nicht nur Einzelpersonen zugute kommen. Die Ideen dürfen nicht gegen österreichisches Recht verstoßen. Sie dürfen keine Züge von Extremismus, Fundamentalismus und Fremdenfeindlichkeit enthalten und weder diskriminieren, noch Gewalt fördern.
  • die keine Doppelförderungen beinhalten.  Es können aber unterschiedliche Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für verschiedene Teile des Projekts genutzt werden. Die laufenden Kosten sind gering zu halten. Es muss möglich sein, die laufenden Kosten durch die Stadt, den Bezirk oder die Bürger zu decken.
  • die nicht im Konflikt zu bestehenden Planung und Strategien der Stadt Wien stehen.
  • die Bereiche betreffen, auf die die Stadt Wien laut Stadtverfassung direkt, über die Bezirke Margareten, Simmering oder Ottakring beziehungsweise über Unternehmen der Stadt Wien einen Einfluss hat und die in ihren Zuständigkeitsbereichen liegen.

102 konkrete Projekte

Eine Auswahl von 238 Ideen wurde für die nächste Phase „Projekte ausarbeiten“- nominiert. Alle Ideengeber haben eine Rückmeldung zu ihren auf einer Beteiligungsplattform eingereichten Ideen erhalten. Außerdem wurden sie zu Workshops eingeladen, die zur Konkretisierung der Ideen durchgeführt wurden.

Die 238 ausgewählten Ideen haben die Ideengeber zusammen mit Fachleuten der Stadt Wien thematisch und inhaltlich gebündelt. Das Ergebnis sind 102 konkrete Projekte, die nun von den repräsentativ aus den Stadtbezirken gelosten Bürger-Jurys bewertet werden. Die Projekt-Ideen reichen von der Stadtbegrünung und Flächenentsiegelung über Beratungsstellen für erneuerbare Energien, Öko-Toiletten, Regenwasser-Nutzung, eine klimafreundliche Ernährung und eine bessere Fahrrad-Infrastruktur bis hin zu Tausch-Regalen und der Gründung einer Nachhaltigskeitsakademie.

Ab Dezember 2022 will die Stadt Wien die von den Jurys ausgewählten Projekte umsetzen.

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