EU-Bürgerforum empfiehlt Maßnahmen gegen Klimawandel

12. Januar 2022 Uhr
Democracy International

Im Rahmen der Konferenz zur Zukunft Europas hat das zufällig geloste Bürgerforum für Klimawandel, Umwelt und Gesundheit vom 7. bis 9. Januar in Warschau zum dritten und letzten Mal getagt. Dabei verabschiedeten rund 200 europäische Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichen Alters und Hintergrunds aus allen Mitgliedstaaten ihre 51 Empfehlungen zu den Herausforderungen, die Europa in Bezug auf Klima, Umwelt und Gesundheit zu bewältigen hat. Die Vorschläge drehen sich um eine bessere Lebensweise, den Schutz von Umwelt und Gesundheit, die Neuausrichtung der Wirtschaft und des Verbrauchs, hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft und Fürsorge für alle.

Die Forumsteilnehmer empfehlen etwa EU-Subventionen für den ökologischen Landbau und die Förderung der vertikalen Landwirtschaft, bei der Pflanzen in übereinanderliegenden Ebenen angebaut werden. Ein weiterer Vorschlag sind Mindeststandards für die Lebensmittelqualität in Schulkantinen, und die Lebensmittelproduktion sollte Teil der öffentlichen Bildung werden.

Stadtentwicklung und Radverkehr

Weiterhin wurde eine EU-Richtlinie zur Stadtentwicklung empfohlen, damit die Städte grüner werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums wünschen sich zudem mehr Unterstützung für Radfahrer und Investitionen in neue Radwege.

Mit Blick auf den Schutz von Umwelt und Gesundheit regt das Bürgerforum ein einheitliches Kennzeichnungssystem an, das den gesamten ökologischen Fußabdruck von in der EU gekauften Produkten darstellt, sowie eine Kennzeichnung, die auf die Verwendung hormoneller Stoffe in Lebensmitteln hinweist. Eine weitere Handlungsempfehlung sind höhere Steuern auf ungesunde Lebensmittel und ein europaweites Punktesystem für gesunde Lebensmittel.

Biologische Vielfalt

Darüber hinaus soll der Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln drastisch reduziert werden. Zum Schutz der biologischen Vielfalt fordern die Bürgerinnen und Bürger die Ausweitung von Schutzgebieten sowie eine rasche und massive Wiederaufforstung. Aus der intensiven Tierhaltung soll schrittweise ausgestiegen werden.

Die Empfehlungen der Europäischen Bürgerforen werden bei der Plenarsitzung der Konferenz vorgestellt und diskutiert, wo die endgültigen Vorschläge der Konferenz weiter ausgearbeitet werden.

Bürger Mitglieder des Konferenzplenums

80 Bürger (20 aus jedem der Europäischen Bürgerforen, von denen mindestens ein Drittel zwischen 16 und 25 Jahre alt ist) sind Mitglieder des Konferenzplenums. Dort werden sie die Ergebnisse ihrer jeweiligen Paneldiskussionen vorstellen und mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments, nationalen Regierungs- und Parlamentsvertretern, EU-Kommissaren und anderen Plenarmitgliedern aus EU-Einrichtungen, regionalen und lokalen Behörden, Sozialpartnern und der Zivilgesellschaft diskutieren.

Auch die verbleibenden europäischen Bürgerforen werden in naher Zukunft ihre Empfehlungen zu den folgenden Bereichen verabschieden:

  • Panel 1: Eine stärkere Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und Arbeitsplätze / Bildung, Kultur, Jugend, Sport / Digitale Transformation (findet in Dublin, Irland, statt)
  • Panel 4: Die EU in der Welt / Migration (findet in Maastricht, Niederlande, statt).

Mehr Informationen: