Bürgerräte zur Dorfentwicklung

09. September 2021 Uhr

Wo steht das Südtiroler Dorf Schenna heute? Und wie will sich die Gemeinde in Zukunft weiterentwickeln? Diese und ähnliche Fragen sollen die Schenner Bürgerinnen und Bürger in zufällig gelosten Bürgerräten diskutieren.

In Klausurtagungen hatten sich die Gemeinderäte bereits intensiv über die anstehenden Themen ausgetauscht. Bei den Treffen kamen viele Fragen auf den Tisch, die den Schennern unter den Nägeln brennen. Zum Beispiel: Wie wollen wir in Zukunft Raum und Landschaft gestalten? Welchen Blick auf unser Dorf haben junge Menschen und wie sehen sie das Schenna der Zukunft? Was braucht Schenna als Arbeits- und Wirtschaftsstandort? Was ist zu tun, damit gutes Zusammenleben gelingen kann?

Schenna steht an einem Wendepunkt“

Gemeinderat Franz Daprá meint dazu: „Ich glaube, Schenna steht an einem Wendepunkt.“ Sei in Schenna in den vergangenen Jahren richtigerweise sehr viel in die Infrastruktur und die Bildungsstätten investiert worden, so gehe es nun darum, diese Infrastrukturen zu erhalten und auszubauen. „Außerdem ist es wichtig, ein großes Augenmerk auf das Zusammenleben aller Bevölkerungsschichten und Altersgruppen zu legen. Im Vordergrund stehen auch Themen wie Mobilität, Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz. Gleichzeitig muss ein gesundes Wachstum der Wirtschaft im Dorf zugelassen werden, um die Arbeitsplätze zu erhalten.“

Der Gemeinderat hat sich für die Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen ausgesprochen. Nun ist es Aufgabe der Bürgerräte, konkrete Vorschläge für eine sozialverträgliche und umweltverträgliche Entwicklung der Gemeinde aufzuzeigen.

Vier Bürgerräte geplant

Ziel des Gemeinderates ist es, bis 2022 ein Dorfentwicklungskonzept ausgearbeitet zu haben. Dafür holt er Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes mit ins Boot. In Bürgerräten werden sie im November 2021 über die für Schenna wichtigsten Zukunftsfragen und Themen diskutieren. Welche das sind, legt der Gemeinderat fest. Geplant sind vier solcher Bürgerräte. Dazu kommen noch zwei Räte der Vereine und Verbände, die sich ebenfalls über die Themen, die der Gemeinderat vorgibt, austauschen werden.

„Die Ergebnisse der Bürgerräte und der Räte der Vereine und Verbände sind Grundlage für die Weiterarbeit am Dorfkonzept durch den Gemeinderat. Die Bürgerinnen und Bürger beraten uns“, erklärt Bürgermeisterin Annelies Pichler. Besonderes Vorwissen müssen die Bürgerrat-Teilnehmenden nicht mitbringen. „Man ist dadurch kompetent, dass man in unserem Dorf lebt und es so Tag für Tag mitgestaltet“, so die Bürgermeisterin. Außerdem werde man bei Bedarf Fachleute dabei haben, die die Teilnehmenden berieten.

Viele Ideen einholen“

„Auf diesem Weg lernen wir ein sehr breites Spektrum an Bedürfnissen, Wünschen,  Anregungen und Ideen kennen und wenn man die Maßnahmen danach dementsprechend setzt, tragen sie viel mehr Menschen mit“, erklärt Vizebürgermeister Sepp Mair den Sinn der Bürgerräte. „Das ist langfristig erfolgreicher. Außerdem kommt sicher etwas Besseres heraus, wenn wir viele Ideen einholen, als wenn wir nur im Gemeinderat darüber sprechen“, so Mair weiter.

Voraussichtlich im Januar 2022 wird auch eine öffentliche Veranstaltung für alle Schennerinnen und Schenner stattfinden, bei der die Bürgerräte und der Gemeinderat ihre bisherige Arbeit und die Ergebnisse vorstellen werden.

Auslosung aus dem Melderegister

Für die Bürgerräte werden aus dem Melderegister der Gemeinde insgesamt 48 Personen ausgelost, die in den vier Bürgerräten am Dorfkonzept mitarbeiten können. Berücksichtigt werden dabei das Alter, das Geschlecht und nach Möglichkeit auch die Verteilung nach Gemeindeteilen, sodass die 48 Bürgerinnen und Bürger Schenna im Kleinen repräsentieren werden. Wer ausgelost wird, wird direkt benachrichtigt.

Die Bürgerräte werden an insgesamt 1,5 Tagen an den Zukunftsfragen für Schenna arbeiten. An diesen Tagen werden auch die zwei Räte der Vereine und der Verbände tagen. Diese werden nicht ausgelost, sondern jeder Verband und jeder Verein werden einen Vertreter in die Räte entsenden.

Gemeinderat beschließt Konzept

Die Ergebnisse werden im Januar 2022 öffentlich vorgestellt. Dabei werden nochmal Anregungen und Ideen gesammelt. Danach wird der Gemeindeausschuss an den Ergebnissen weiterarbeiten. Der Gemeinderat wird das Konzept am Ende gemeinsam mit einem Maßnahmenplan verabschieden. Die Arbeiten sollten im Sommer 2022 abgeschlossen sein.

Schenna ist eine in Südtirol gelegene italienische Gemeinde mit ca. 2.900 Einwohnern. Sie liegt etwa drei Kilometer nordöstlich von Meran und etwa 25 Kilometer nordwestlich von Bozen.

Mehr Informationen: Dorfentwicklung: Schenna weiter denken