Ideen für „Eberswalde 2035+“
Im brandenburgischen Eberswalde hat ein Zukunftsrat am 7. September 2022 seine Empfehlungen vorgestellt. Die zufällig gelosten Teilnehmer hatten sich mit den Themenbereichen Wohnen, Verkehr, Städtebau und Klima sowie der Attraktivierung der Innenstadt und Ideen für ein „lebenswertes Eberswalde 2035+“ befasst.
Die Themenschwerpunkte entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der 1. Sitzung gemeinsam. Besonders am Herzen lag den Zukunftsrat-Mitgliedern der Ausbau von barrierefreiem Wohnraum und die Bereitstellung besserer Angebote zur sozialen und gesundheitlichen Infrastruktur. Gewünscht wird auch ein flächendeckendes Internet und eine Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs.
Niedrigschwellige Beteiligungsangebote
Die Stadt Eberswalde hatte im Rahmen eines Modellprojektes zwischen November 2021 und Juni 2022 eine neue Form der Bürgerbeteiligung erprobt. Dabei setzte man auf eine Online-Beteiligungsplattform eberswalde2035.de sowie auf einen Zukunftsrat, um bei Fragen der Stadtentwicklung niedrigschwellige Beteiligungsangebote zu machen. Für den Zukunftsrat waren mit Hilfe des Einwohnermelderegisters 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer per Zufall ausgewählt worden.
Hintergrund der Bürgerbeteiligung ist die Entwicklung der Stadt Eberswalde weg von einer schrumpfenden Stadt, hin zu einem attraktiven Standort, in dem sich Entwicklungen der nahen Metropole Berlin positiv und dynamisch abbilden. Vor diesem Hintergrund stellt sich Eberswalde den Zukunftsfragen und -themen einer Stadt von Morgen, die grün, klimaangepasst und nachhaltig, sozial, modern und in engem Austausch mit seinen Bewohnern ist.
Bürgermeister zufrieden
Bürgermeister Götz Herrmann zeigte sich mit dem Verfahren zufrieden: „Eberswalde hat eine lange Tradition und viel Erfahrung in Beteiligungsprozessen und war immer bereit, neue Formate und Instrumente vorurteilsfrei zu erproben. Wir sind dankbar, mit der Mitwirkung am Modellprojekt 'Meine Stadt der Zukunft' die Möglichkeit erhalten zu haben, Zukunftsrat und Beteiligungsplattform umzusetzen und in einem kontinuierlichen Erfahrungsaustausch mit sieben anderen Städten im Land Brandenburg zu stehen, die jeweils eigene Formate und Projekte gestalten. Ebenfalls herzlich bedanken möchte ich mich bei allen teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern für ihr Engagement im Zukunftsrat.“
Der Zukunftsrat hatte sich sich in sieben Sitzungen den fünf von den Teilnehmern bestimmten Themen gewidmet. Diese spielen aus ihrer Sicht eine besondere Rolle in der weiteren Entwicklung der Stadt Eberswalde. Auf dieser Grundlage haben sie gemeinsam Handlungsempfehlungen beschlossen. Es entstanden 37 konkrete thematische Empfehlungen für ein lebenswertes Eberswalde 2035+. Das daraus resultierende Bürgergutachten wurde an Bürgermeister Götz Herrmann und die Erste Beigeordnete und Baudezernentin Anne Fellner übergeben.
Die Ergebnisse des Zukunftsrates wurden in der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt und in Überlegungen zur Stadtentwicklung einbezogen.
Projekt „Meine Stadt der Zukunft“
Der Zukunftsrat war Teil des Projekts „Meine Stadt der Zukunft“, eine Initiative der brandenburgischen Landesregierung, bei der im Jahr 2021 in 17 Städten Brandenburgs neue Modellprojekte gestartet wurden. Diese zielten auf eine verstärkte Einbindung der Stadtgesellschaften bezüglich der Entwicklung innovativer, zukunftsfähiger Planungsvorhaben ab.
Der Zukunftsrat in Eberswalde wurde in einer Kooperation des Baudezernats und des Amts für Stadtentwicklung konzipiert und mit professioneller Begleitung durch das Institut nexus und Complan! durchgeführt.
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Bild: (v.l.n.r.) Patrick Heger, Anna Müller, Antje Ziegler, Mitglieder des Zukunftsrates, übergeben das Bürgergutachten an die Erste Beigeordnete und Baudezernentin Anne Fellner sowie Bürgermeister Götz Herrmann