Hochschulen setzen auf das Los
Fünf Hochschulen aus Sachsen-Anhalt wollen mit einer gemeinsamen Strategie klimaneutral werden. Dazu haben sie ein hochschulübergreifendes Verbundprojekt unter dem Namen "KlimaPlanReal" ins Leben gerufen. Teil davon sind zufällig geloste Hochschulklimaräte.
Das Projekt läuft drei Jahre und wird mit 1,6 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Der Prozess wird von der Magdeburger Umweltpsychologin Ellen Matthies begleitet und evaluiert. Die Koordination liegt bei der Otto-von-Guericke-Universität. Außerdem dabei sind die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Hochschule Magdeburg-Stendal, die Hochschule Anhalt und die Hochschule Harz.
Bestandsanalyse und Treibhausgasbilanz
In der ersten Phase hat jede Hochschule eine Bestandsanalyse vorgenommen und eine Treibhausgasbilanz erstellt. Außerdem haben sogenannte Hochschulklimaräte im Sommersemester 2023 Empfehlungen erarbeitet, mit denen die Klimaneutralität erreicht werden kann.
Die Hochschulklimarat bestanden zur Hälfte aus Studentinnen und Studenten. Sie wurden unterstützt durch Expertinnen und Experten, die von den Hochschulen ausgesucht wurden. Ziel war, das Fachwissen zu den sechs Themenbereichen Ernährung, Beschaffung, Energie, biologische Vielfalt, Pendelmobilität und Dienstreisen in den Überlegungen zu berücksichtigen. Gemeinsam haben dann Hochschulklimaräte und Expertinnen und Experten Handlungsempfehlungen erarbeitet, die anschließend in ersten Pilotprojekten umgesetzt und erprobt werden.
Teilnehmer zufällig ausgelost
"Ein besonderes Merkmal dieses Gremiums ist es, dass es nicht gewählt oder ernannt wird", sagte Christian Künzel, Projektkoordinator der Universität Magdeburg. zum Beginn des Projekts. "Es wird eine Losdemokratie geben, ähnlich wie in Bürgerräten, bei der die Mitglieder per Zufallsprinzip ausgewählt werden. Dieses Vorgehen soll dazu beitragen, Meinungsvielfalt, aber auch Akzeptanz zu gewährleisten."
An den Losversammlungen wurden alle Interessensgruppen beteiligt: Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studentinnen und Studenten. Transformationsteams setzen die Empfehlungen später um. Am Ende des Projektes soll ein Bericht vorliegen, der auch anderen Hochschulen auf dem Weg zur Klimaneutralität helfen soll.
Verfahren wird evaluiert
Der gesamte Prozess wird hochschulübergreifend evaluiert, um Hemmnisse & Potenziale für den Wandlungsprozess darstellen zu können. Am Ende des Projektes werden aus den Erkenntnissen Blaupausen für andere Hochschulen abgeleitet und die besten Beispiele in einem Bericht zugänglich gemacht.
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