Aktuelles

Am 17. Januar 2026 hat ein weltweiter Bürgerrat zur Zukunft des globalen Ernährungssystems seine Arbeit aufgenommen. 105 Menschen aus der ganzen Welt beraten über die Zukunft der Ernährung vor dem Hintergrund des Klimawandels.

Empfehlungen mit Gewicht

11. Dezember 2025

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft Ostbelgien beraten zufällig ausgeloste Bürgerinnen und Bürger über politische Fragen. Ministerpräsident Oliver Paasch ist überzeugt: Dieser Bürgerdialog schützt die autonome Region vor Populismus. Der WDR berichtet.

"Ein fatales Signal"

28. November 2025

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat die Stabsstelle Bürgerräte beim Bundestag aufgelöst. Diese Entscheidung wird von vielen Befürwortern geloster Bürgerbeteiligung kritisiert.

Die Durchführung von Bürgerräten kostet Geld. Weil Bürgerbeteiligung keine Pflichtaufgabe der Kommunen ist, wird sie bei knapper Kasse oft zuerst gestrichen. Der Fachverband Bürgerbeteiligung will das in Zukunft verhindern.

Am 22. November 2025 war der Bürgerrat "Hitzeschutz" im Berliner Stadtteil Marzahn-Nord zu seiner letzten Sitzung zusammengekommen. Seine Empfehlungen liegen nun dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf vor.

Seit 11. Oktober 2025 arbeitet in Greifswald ein besonderer Bürgerrat. 60 ausgeloste Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt bringen darin bis 2028 ihre Perspektiven, Ideen und Wünsche für das Greifswald von morgen ein.

Von der Losdemokratie bis zum Preferendum: Der Historiker und preisgekrönte Autor David Van Reybrouck spricht mit Claudia Chwalisz von DemocracyNext darüber, warum die Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt der Demokratie des 21. Jahrhunderts stehen müssen.

Wie wünschen wir uns ein Europa, in dem alle heutigen und kommenden Generationen zu ihrem Recht kommen? Am 16. November 2025 hat ein Bürgerforum der Europäischen Union (EU) seine Empfehlungen zu diesem Thema beschlossen.

Wie steht es um die Debatte um Bürgerräte in Deutschland? Das Verfassungsblog versammelt Beiträge zu Form und Ausgestaltung, den Funktionen und der verfassungsrechtlichen Verankerung von zufällig gelosten Bürgerversammlungen.

Wie soll die Medienlandschaft der Zukunft aussehen? In Baden-Württemberg hat ein Bürgerforum darüber diskutiert. Am 17. Januar 2026 wurde der Abschlussbericht an Landtagspräsidentin Muhterem Aras und Medienschaffende übergeben.

In Moritzburg hat sich ein zufällig geloster Kinder-Zukunfts-Rat mit der Frage befasst, wie die Sportstätten in der Gemeinde zukunftsfähig und für Kinder attraktiver gestaltet werden können.

Bürgerräte werden von manchen wegen der fehlenden Verbindlichkeit ihrer Ergebnisse kritisiert. Ginge da mehr? Demokrative hat die Mehr Demokratie-Bundesvorstandssprecherin Claudine Nierth und den Juristen Dr. Ademir Karamehmedovic gefragt.

Nach zwei Wochenenden intensiver Gespräche haben 40 zufällig geloste Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland am 29. Juni 2025 in Erfurt ihre Empfehlungen für eine gerechtere Steuer- und Finanzpolitik vorgestellt.

In den letzten Jahren fanden in Japan Hunderte von Bürgerräten statt, vermutlich mehr als irgendwo sonst auf der Welt. Dennoch ist das Land kaum für seine Spitzenposition bekannt. DemocracyNext-Geschäftsführerin Claudia Chwalisz klärt auf.

Die Empfehlungen des Bürgerrates Ernährung werden vorerst nicht umgesetzt. Das wurde bei der Übergabe eines Sachstandsberichts des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft an Bundestagspräsidentin Bärbel Bas am 11. Februar 2025 deutlich.

Seit 26. September 2025 beraten 100 junge Menschen aus der gesamten Europäischen Union über den Rückgang wildlebender Bestäuber-Insekten. Sie erarbeiten zu diesem Thema Handlungsempfehlungen für die EU-Institutionen.

Norwegens Staatsfonds sollte mehr Geld in die Bekämpfung der Klimakrise und in die Gesundheitsförderung investieren, und dabei geringere Gewinne in Kauf nehmen, fordert ein zufällig geloster Zukunftsrat.

Ein Bürgerrat für mehr Miteinander und Demokratie in Arnsberg wünscht sich eine ständige Losversammlung für die Stadt. Die Ergebnisse des Bürgerrates wurden am 7. Dezember 2024 der Öffentlichkeit vorgestellt und am 12. Dezember dem Stadtrat vorgelegt.

Gesellschaftliche Spaltungen, wachsende Polarisierung und das Gefühl, dass die Probleme uns über den Kopf wachsen - wie lässt sich dem entgegenwirken? Die Gemeinde Michendorf in Brandenburg hat dafür eine mögliche Antwort gefunden.

Weniger Lebensmittelverschwendung, längere Garantiezeiten für Produkte und mehr Anreize für Reisen mit der Bahn. Das sind drei der 13 Empfehlungen, die der erste nationale Klima-Bürgerrat der Niederlande formuliert hat.

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 5. November 2024 in den USA sind für viele Menschen ein Rückschlag für die Demokratie. Die US-Demokratieaktivistin Marjan Horst Ehsassi erklärt, wie sie die aktuelle Situation sieht und was ihrer Meinung nach nun passieren muss.

In der Ideenwerkstatt "betterLÄND" haben zufällig ausgeloste Jugendliche aus Baden-Württemberg Ideen und Vorschläge dazu entwickelt, wie das Umweltministerium junge Menschen besser einbinden und vertreten kann. Am 7. Mai 2025 wurde der Ergebnisbericht veröffentlicht.

Immer häufiger setzen Kommunen, Länder und zuletzt auch der Bundestag auf losbasierte Bürgerräte. Das zeigt der am 30. Oktober 2024 veröffentlichte Bericht „Bürgerräte in Deutschland“. Er basiert auf einer neuen Datenbank.

Jedes Los gewinnt

20. Oktober 2024

Am 18. Oktober 2024 wurde zum zweiten Mal die Auszeichnung „Gute Bürgerbeteiligung“ an herausragende Beteiligungsverfahren verliehen. Bei allen vier derart ausgezeichneten Verfahren kam das Los zum Einsatz.

Erstmals hat in Berlin ein Bürgerrat ausschließlich mit Neu-Berlinerinnen und -Berlinern stattgefunden. Beteiligt waren nach Berlin Zugezogene aus Syrien, Marokko, dem Iran, aus Afghanistan und der Ukraine, die per Zufallsverfahren ausgewählt worden waren.

„Inspirierend“. ‚Magisch‘. ‚Konsens erzielen‘. Mit solchen Worten wird selten ein politisches Entscheidungsverfahren beschrieben - Hugh Pope über die Wirkung und Verbreitung von Bürgerräten.

In Osterburg hat ein Bürgerrat Probleme im Bereich Mobilität aufgelistet und eine Empfehlungsliste für den Stadtrat erstellt. Die drei aus Sicht des Bürgerrates drängendsten Probleme stehen 2026 in einem Bürgerentscheid zur Abstimmung.

In einer Volksbefragung in der kanadischen Provinz Yukon am 3. November 2025 hat eine Mehrheit der Abstimmenden für eine Reform des Wahlrechts gestimmt. Nach einer entsprechenden Empfehlung eines Bürgerrates votierten 56,1 Prozent für eine Änderung des Wahlsystems.

Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen sind ein erneuter Beleg für eine große Unzufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie insbesondere in Ostdeutschland. Experten und Politiker befürworten als Gegenmittel Bürgerräte, Bürger wünschen sie sich.

Wie soll die Stadt die Menschen in Göttingen zukünftig beteiligen? Diese Frage stand im Zentrum des zweiten Zukunftsforums der Stadt, das vom 17. August bis zum 28. September 2024 lief.

In Sulz am Neckar hat sich ein zufällig gelostes Bürgerforum mit der Neugestaltung des Neckarufers und der Schaffung einer attraktiven Innenstadt befasst - mit großem Erfolg. Ein Video gibt Einblicke in das Verfahren.

Vier von fünf Deutschen begrüßen das Instrument Bürgerrat. Und der erste vom Bundestag berufene Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ war „erfolgreich im Sinne des Einsetzungsbeschlusses“. Das sind zwei wesentliche Ergebnisse eines Evaluationsberichts.

Konstanz ist die erste deutsche Stadt, in der ein Bürgerrat aus der Bevölkerung heraus beantragt werden kann. Der Gemeinderat hat am 16. Mai 2024 entsprechende Richtlinien zur Erprobung von gelosten Bürgerversammlungen beschlossen.

Ein Bürgerrat hat am 8. Juli 2025 seine Empfehlungen zur Sanierung des Westschnellweges in Hannover an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) sowie an das Niedersächsische Verkehrsministerium übergeben.

Im Mai und Juni 2024 fand in Polen ein Bürgerrat zur Lebensmittelpolitik statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten darüber, wie der Zugang zu und der Konsum von gesunden, nahrhaften und umweltfreundlichen Lebensmitteln in Polen verbessert werden kann.

Als erste deutsche Kommune lässt sich die Stadt Malchin von ihren Einwohnern bei der Planung der künftigen Wärmeversorgung beraten. Am 16. April 2024 hat ein Bürgerrat seine Empfehlungen dazu an die Stadtvertretung übergeben.

Am ersten April-Wochenende 2024 hat in Barcelona die Eröffnungssitzung des Welt-Bürgerrates zum Thema Meeresschutz stattgefunden. Diese Losversammlung ist Teil der UN-Dekade "Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung".

Am 19. Mai 2024 hat das EU-Bürgerforum gegen Hass in der Gesellschaft seine Empfehlungen beschlossen. Darin enthalten sind auch Vorschläge zum Einsatz von mehr geloster Bürgerbeteiligung.

Im Januar 2024 hat Mehr Demokratie zusammen mit den Instituten IDPF und RIFS das Handbuch „Kommunale Bürgerräte organisieren“ veröffentlicht. Im Podcast „Politikverschossen“ erklären Steffen Krenzer und Susanne Socher Entstehung, Inhalt und Nutzen des Leitfadens.

In der rumänischen Stadt Râmnicu Vâlcea organisieren Kommune und Zivilgesellschaft den ersten Bürgerrat des Landes. Am 22. Februar 2024 wurden Einladungen dazu an 2.000 zufällig geloste Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt verschickt.

„Wie kann die Verkehrswende auf dem Land und in der Stadt gemeinsam gelingen?“ Zu dieser Frage haben 50 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland zwischen Mitte Januar und Mitte Februar 2024 in einem Bürgerrat Empfehlungen entwickelt.

Die Europäische Kommission hat am 12. Dezember 2023 Empfehlungen zur Förderung der Bürgerbeteiligung in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) veröffentlicht. Die Kommission macht darin auch Vorschläge zu zufällig gelosten Bürgerräten.

Am 25. März 2023 hat ein zufällig gelostes Dialogforum in Baden-Württemberg Umweltministerin Thekla Walker sowie weiteren Mitgliedern des Umweltausschusses des Landtages seine Kernbotschaften vorgestellt.

Am 28. November 2023 sind fünf Kommunen für ihre Beteiligungsprojekte mit der Auszeichnung „Gute Bürgerbeteiligung“ geehrt worden. In drei Fällen spielte das Los eine maßgebliche Rolle.

Wie können Museen demokratischer werden? Zur Beantwortung dieser Frage haben die Bundeskunsthalle in Bonn und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im November 2023 jeweils ein gelostes Gesellschafts-Forum durchgeführt.

Neues Bürgerrat-Netzwerk

08. November 2023

Aus der Vernetzung der lokalen Bürgerrat-Initiativen wird das Netzwerk Bürgerräte. Es ist offen für alle, die sich für geloste Bürgerversammlungen auf kommunaler Ebene interessieren.

Früher hat ihre Familie Schweine gezüchtet, heute ernährt sie sich vegetarisch: Das hat eine Teilnehmerin des Bürgerrates "Ernährung im Wandel" dem Sender hr INFO erzählt. Ein hörenswerter Podcast.

„Wie kann Aachens Innenstadt wieder ein attraktives Einkaufsziel werden?“ Ein Bürgerrat hat dazu 75 Empfehlungen erarbeitet, die am 12. Dezember 2023 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Am 28. Oktober 2023 wäre Prof. Peter Dienel, Erfinder der zufällig gelosten Planungszelle, 100 Jahre alt geworden. In seinem Podcast ?Macht:Los! erinnert der Journalist Timo Rieg mit einem Interview an den Demokratie-Visionär, der dieses Gespräch 2001 mit seinem Sohn Max geführt hat.

Können Bürgerräte unsere Demokratie tatsächlich besser machen? Und können sie - wie Teilnehmende sagen - uns als Gesellschaft sogar wieder näher zusammenbringen? Thema im hr-info Podcast „Pars pro toto“.

Das Demokratie-Projekt LOSLAND hat zehn Kommunen in ganz Deutschland dabei begleitet, mit Hilfe geloster Bürgerräte eine enkeltaugliche Zukunft zu gestalten. In diesem Video berichten Teilnehmer über ihre hierbei gemachten Erfahrungen.

Sollten Bürgerräte selbständig politische Entscheidungen treffen können? Darüber diskutierten am 18. April 2023 die Bürgerrat-Experten Marcin Gerwin und Hugh Pope mit Sarah Händel, Bundesvorstandsmitglied von Mehr Demokratie.

Bürgerräte boomen: Rund 80 Verfahren gab es in den letzten Jahren allein in Deutschland. Es gibt sie im großen Frankreich ebenso wie im kleinen Vorarlberg in Österreich. Und Irland hat vorgemacht, wie Bürger Lösungen für lang anhaltende Konflikte finden können. Eine WDR 5-Dokumentation.

Hallo Bundestag

01. März 2023

Mit dem Projekt "Hallo Bundestag" will der Verein "Es geht LOS" zufällig geloste Bürgerinnen und Bürger mit Bundestagsabgeordneten ins Gespräch bringen.

Die Mitglieder von Rundfunkräten sollten zum Teil ausgelost werden, sagt das ZDF-Verwaltungsratsmitglied Prof. Dr. Leonhard Dobusch. Der Journalist und Podcaster Timo Rieg möchte diese Aufsichtsgremien von ARD und ZDF komplett per Los bestellen. Ein Gespräch.

Die Zukunft des Losens

09. Februar 2023

Die heutigen losbasierten Bürgerräte müssen nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Auch weiter entwickelte Modelle sind vorstellbar. Ein Podcast dazu mit Stimmen von Dana Duikers (Stadt Aachen), Dieter Halbach (Mehr Demokratie) und David Van Reybrouck (G1000).

Als erste dänische Kommune führt die Stadt Kopenhagen einen längerfristig angelegten Bürgerrat ein. Zusammen mit Brüssel und Paris ist die dänische Hauptstadt damit ein internationaler Vorreiter.

Der Deutsche Bundestag will bis Ende 2024 drei Bürgerräte zu bundespolitischen Themen einberufen. Am 23. Dezember 2022 hat die Parlamentsverwaltung die Ausschreibung zur Durchführung der Losversammlungen veröffentlicht.

Wie kann die Losdemokratie heute ganz praktisch unsere machtlos gewordene Demokratie lebendiger machen? Darüber sprach der Bürgerrat-Experte David van Reybrouck am 13. Dezember 2022 in einer Online-Veranstaltung.

Was wird aus den Empfehlungen, die 800 zufällig geloste Bürger aus der ganzen EU im Rahmen der Konferenz zur Zukunft Europas entwickelt haben? Dubravka Šuica, Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission und Ko-Vorsitzende der Konferenz, erklärt es.

Über Bürgerräte diskutierten am 23. November 2022 in Berlin Gisela Erler, ehemalige Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg, und Prof. Dr. Florian Meinel, Professor für Staatstheorie, Politische Wissenschaften und Vergleichendes Staatsrecht.

Aufatmen, Budapest!

14. November 2022

In Budapest haben zufällig geloste Bürgerinnen und Bürger dem Stadtrat Vorschläge zur Verbesserung der Luftqualität in der ungarischen Hauptstadt unterbreitet.

Der die Schweiz und Frankreich durchfließende Fluss Rhône leidet unter Verschmutzung, Wasserentnahme, Biotop-Zerstörung und Klimawandel. Ein Bürgerrat hat Vorschläge zum Schutz des wasserreichsten Stroms Frankreichs erarbeitet.

Wildfremde Menschen treffen durch das Los in Bürgerräten aufeinander und erarbeiten gemeinsam Empfehlungen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme. Wie das funktioniert und wie es auf Bundesebene mit Losversammlungen aussieht, erklären Jan Renner und Thorsten Sterk von Mehr Demokratie im Politikverschossen-Podcast.

In Wien haben zufällig geloste Bürger-Jurys entschieden, welche von Bürgern in drei Stadtbezirken vorgeschlagenen Klimaschutz-Ideen umgesetzt werden. Die Siegerprojekte wurden am 16. Dezember 2022 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Bundesregierung soll pflanzenbasierte Mahlzeiten in der Gemeinschaftsverpflegung fördern, Lebensmittel umweltfreundlich besteuern und subventionieren und ein Umwelt- und Gesundheitslabel für Lebensmittel einführen. Das sind die drei wichtigsten Empfehlungen eines zufällig gelosten Bürgerdialogs.

Im antiken Athen wurden die meisten Ämter per Los besetzt. Heute wird das Losverfahren wieder in Bürgerräten praktiziert. Ein Gespräch über Vergangenheit und Gegenwart mit den Losdemokratie-Experten Prof. Hubertus Buchstein und Prof. Hans-Liudger Dienel.

Marco Land und Sabine Rothe haben sich in einem zufällig gelosten Zukunftsrat in Coesfeld mit der Frage befasst, was ein glückliches Zusammenleben in der Stadt bedeutet und was es dafür braucht. Im Interview berichten die beiden, was sie erlebt haben.

2023 soll der erste bundesweite Bürgerrat stattfinden, der offiziell vom Bundestag angestoßen wird. Davor hatte der Unterausschuss „Bürgerschaftliches Engagement“ des Bundestages am 19. Oktober 2022 noch viele Fragen an zwei eingeladene Expertinnen.

Bei Bürgerräten gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Durchführung des Losverfahrens. Die Coesfelderin Kathrin Rick hat an über 60 Haustüren geklingelt, um Menschen für eine Losversammlung in ihrer Stadt zu rekrutieren.

Der Bürgerrat zur Einführung eines direkt gewählten Bürgermeisters in der irischen Hauptstadt Dublin empfiehlt eine Bürgerbefragung zu diesem Thema sowie eine deutliche Ausweitung der Befugnisse des Bürgermeisters.

Im Schweizer Kanton Waadt sollte mit Hilfe einer Volksinitiative eine zufällig geloste Bürgerkammer geschaffen werden. Der Staatsrat des Kantons hat die Volksinitiative für unzulässig erklärt.

Der Planet Erde sollte wie ein Familienmitglied oder ein Freund behandelt werden - und man sollte ihm Freundlichkeit und Respekt entgegenbringen. So lautet eine der Empfehlungen eines Kinder- und Jugend-Bürgerrates in Irland.

Im brandenburgischen Eberswalde hat ein Zukunftsrat am 7. September 2022 seine Empfehlungen vorgestellt. Die zufällig gelosten Teilnehmer hatten sich mit verschiedenen kommunalpolitischen Themen befasst.

Nach einem Bürgerrat hat das französische Parlament am 27. Mai 2025 in erster Lesung einem Gesetz zur Sterbehilfe zugestimmt. Danach sollen aktive Sterbehilfe und Suizidbeihilfe in Frankreich künftig unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sein.

Sind Bürgerräte ein Instrument zur Rettung des Klimas? Darüber diskutierten am 6. September 2022 Rabea Koss, Sprecherin Bürgerrat Klima & Berliner Klimabürger:innenrat, BürgerBegehren Klimaschutz e.V., Steffen Krenzer, Mehr Demokratie und Wolfgang Oels, Autor des Buches "Democracy for Future".

Die französische Stadt Marseille investiert mit einem Bürgerrat in die Zukunft. Angesichts der großen Herausforderungen, die auf alle in der Stadt warten, sollen zufällig geloste Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt gemeinsam über die Stadt von morgen nachdenken.

Mitarbeiter von ARD, ZDF und Deutschlandradio haben am 3. April 2024 ein Manifest für eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks veröffentlicht. Darin schlagen sie u.a. vor, dessen Kontrollgremien mit gelosten Bürgerinnen und Bürgern zu besetzen.

In den Niederlanden wird die Einberufung von Bürgerräten zu einem Trend. In Rheden hat der Gemeinderat schon vor Beginn einer Losversammlung beschlossen, dessen formal unverbindliche Ergebnisse zu berücksichtigen.

Das Wasser der Zukunft

26. September 2022

Wiederaufbereitetes Wasser sollte für Auckland die Trinkwasserquelle der Zukunft sein. Das empfiehlt ein in der neuseeländischen Stadt durchgeführter Bürgerrat.

In Deutschland gibt es immer mehr Bürgerräte. Auch in Amberg. Der Amberger Armin Amrhein war Teilnehmer des 2019 durchgeführten bundesweiten Bürgerrates Demokratie. Ein Gespräch mit ihm über seine Erfahrungen und den in seiner Stadt anstehenden Bürgerrat.

Bei der Entwicklung einer neuen nationalen Sicherheitsstrategie hat das Bundesaußenministerium auf das Los gesetzt. Im Juni und Juli 2022 fanden in sieben unterschiedlichen Städten in ganz Deutschland Bürgerdialoge mit dafür zufällig ausgelosten Menschen statt.

In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein soll es bald Bürgerräte auf Landesebene geben. Das haben die Koalitionsregierungen aus CDU und Grünen in den beiden Bundesländern in ihren Koalitionsverträgen verankert.

Wie gestalten wir eine enkeltaugliche Zukunft in unserer Gemeinde? Mit dieser Frage befassen sich in diesem Sommer und Herbst zufällig geloste Bürgerinnen und Bürger in zehn deutschen Kommunen.

In der Region Freiburg hat am 17. Mai 2022 der erste interkommunale Klima-Bürgerrat Deutschlands begonnen. Das Thema: “100 % Erneuerbare Energien”. Im Interview berichtet Kira Hoffmann als eine der Initiatorinnen, wie alles angefangen hat.

Losbasierte Bürgerräte boomen. Aber treffen sich da nicht eh wieder die üblichen Verdächtigen? Wie die aufsuchende Beteiligung versucht das Problem zu lösen, erklärt Katharina Liesenberg von "Es geht LOS" im Politikverschossen-Podcast.

In der brandenburgischen Stadt Herzberg (Elster) haben sich zufällig geloste Bürgerinnen und Bürger am 28. Mai 2022 mit dem Thema „zukunftsfähige Mobilität“ befasst. Als erste Kommune in Deutschland hat die Stadt dazu das Verfahren in einer Satzung verankert.

Vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 8. Mai 2022 sprachen sich in einer vom Verein „Mehr Demokratie“ organisierten Veranstaltung Kandidaten von CDU, SPD, Grünen, FDP und SSW prinzipiell für zufällig geloste Bürgerräte im nördlichsten Bundesland aus.

In Irland hat ein Bürgerrat am 5. April 2023 seine Empfehlungen zum Schutz der biologischen Vielfalt vorgestellt. Die Bürgerrat-Teilnehmer wünschen sich dabei auch ein Referendum über die Verankerung des Artenschutzes in der Verfassung.

Wie sollte Demokratie im 21. Jahrhundert aussehen? Mit dieser Fragestellung diskutierten Jacob Birkenhäger (ifok), Sarah Händel (Mehr Demokratie) und Antoine Vergne (Missions Publiques) u.a. über zufällig geloste Bürgerräte.

Bessere und unabhängige Informationen vor Wahlen, die Möglichkeit von Online-Wahlen, ein Wahlrecht für Ausländer und mehr Bürgerbeteiligung und direkte Demokratie empfiehlt ein Bürgerrat im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Als erste deutsche Kommune hat Aachen einen ständigen Bürgerrat beschlossen. Das bedeutet, dass die dortige Losversammlung anders als andere Bürgerräte eine rechtliche Grundlage und eine dauerhafte Organisationsstruktur hat.

Big Bang der Demokratie

22. Februar 2022

In der südfranzösische Stadt Carpentras erlebt die Demokratie seit 2021 einen „Big Bang“. Dort gibt es seitdem nicht nur einen zufällig gelosten Bürgerrat, sondern auch Bürgeranträge, einen Bürgerhaushalt und Bürgerentscheide.

In den beiden Parlamenten der Region Brüssel arbeiten Abgeordnete mit gelosten Bürgerinnen und Bürgern in eigenen Parlamentsausschüssen zusammen. Parlamentspräsidentin Magali Plovie erklärt, wie es dazu kam und beschreibt die ersten Erfahrungen damit.

Der Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarates hat am 23. März 2022 einen Bericht mit Bürgerrat-Leitlinien für Kommunen beschlossen. Darin werden die Vorteile von Losversammlungen betont und deren Nutzung empfohlen.

Vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 15. Mai 2022 haben sich Landtagsabgeordnete von CDU, SPD, Grünen und FDP in einer Online-Veranstaltung des Vereins "Mehr Demokratie" am 21. März für landesweite Bürgerräte ausgesprochen.

Das zufällig geloste Forum Corona in Sachsen empfiehlt bei Krisen wie der Corona-Pandemie mehr Bürgerdialog von Seiten der Politik. Dieser Vorschlag findet sich neben vielen anderen im am 19. März 2022 veröffentlichten Bürgergutachten der Losversammlung.

Können Bürgerräte wirklich zur Stärkung der repräsentativen Demokratie beitragen? Darüber diskutierten am 11. März 2022 der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering, die Politikwissenschaftler Prof. Dr. Manuela Glaab und Prof. Dr. Armin Schäfer sowie Gisela Erler, ehemalige Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg.

Die Corona-Pandemie ist normalerweise ein Thema für Fachleute. In Sachsen konnten beim zufällig gelosten Forum Corona Menschen wie du und ich mitreden. Hannah Göppert und Marett Klahn berichten als Moderatorinnen des Forums im Politikverschossen-Podcast darüber.

Die Europäische Union (EU) sollte einen Mindestlohn einführen und die gezielte Bereitstellung von Sozialwohnungen in den Mitgliedstaaten unterstützen. Das empfiehlt ein zufällig gelostes EU-Bürgerforum, das vom 25. bis 27. Februar 2022 im irischen Dublin getagt hat.

In einem Projekt des UN-Demokratiefonds in Nordmazedonien wurde das Bürgerrat-Modell eingesetzt, um den hohen Anteil an Impf-Zögerlichkeit und das Misstrauen gegenüber der Regierung zu bekämpfen.

Antoine Vergne hat für die französische Organisation "Missions Publiques" den Klima-Bürgerrat in Frankreich und die Bürgerforen zur Zukunft der Europäischen Union begleitet. Im ?Macht:Los! Podcast von Timo Rieg berichtet er darüber.

Was müssen wir heute tun, um morgen in einer klimagesunden Zukunft zu leben? 100 zufällig ausgeloste Bürgerinnen und Bürger aus allen Regionen Österreichs und aus allen Teilen der Gesellschaft haben am 4. Juli 2022 ihre Empfehlungen dazu vorgestellt.

Am 23. Juni 2021 hatten der schottischen Klima-Bürgerrat und das Kinderparlament des Landes ihre Empfehlungen zur künftigen Klimaschutzpolitik des Landes an das schottische Parlament übergeben. Am 16. Dezember 2021 hatte die schottische Regierung ihre Antwort auf die Empfehlungen veröffentlicht. Hier alle Empfehlungen und die grundsätzlichen Antworten der schottischen Regierung in der Übersicht.

Das “doing mini-publics” Projekt hat eine Weltkarte aller deliberativen Losversammlungen erstellt, die zwischen 1972 und 2019 stattgefunden haben. Insgesamt gab es in 116 Staaten 2.161 Verfahren.

Wie können Bürgerräte als ständiges Demokratie-Instrument genutzt werden? Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat dazu einen Leitfaden entwickelt.

Unterricht ab 9 Uhr, ein Schulfach "Lebenskompetenz", eine verpflichtende Fortbildung für Lehrer und altersgerechte Mitbestimmung an jeder Schule. Das sind vier von acht Forderungen im vom Bürgerrat Bildung und Lernen erarbeiteten Sofortprogramm zur Bildungspolitik in Deutschland.

„Bürgerräte müssen häufiger ihre Expertise einbringen können, um der Absonderung politischer Eliten und Institutionen entgegenzuwirken.“ Diese Forderung steht in einer Demokratie-Studie der Körber-Stiftung, die am 10. Dezember 2021 veröffentlicht wurde.

Auch an Estland geht die weltweite Bürgerrat-Welle nicht vorbei. Vom 20. November bis zum 5. Dezember 2021 fand dort die erste zufällig geloste Bürgerversammlung des Landes zum Thema Klimawandel statt.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der zufällig gelosten Bürgerräte und ähnlicher deliberativer Verfahren weltweit rapide gestiegen. Die wissenschaftliche Bewertung solcher Verfahren wird deshalb immer wichtiger. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat am 24. November 2021 Leitlinien dazu veröffentlicht.

Ein Buch und seine Folgen

21. November 2021

Am 18./19. November 2021 debattierten Teilnehmer aus mehreren Ländern bei der G1000-Herbstkonferenz zur deliberativen Demokratie im belgischen Eupen über Bürgerräte. Ein Bericht.

In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament hat das Parlament von Montenegro erstmals einen zufällig gelosten Bürgerrat einberufen. Vom 29. - 31. Oktober 2021 ging es um Korruption im Gesundheitssystem und bei der öffentlichen Hand.

Amerika in einem Raum

06. November 2021

Informierte US-Bürgerinnen und -Bürger befürworten ein konzertiertes Handeln beim Klimaschutz. Das ist das Ergebnis des Projekts „America in One Room“, das das Stanford Center for Deliberative Democracy (CDD) zum Thema „Klima und Energie“ durchgeführt hat.

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) Ostbelgien haben zufällig geloste Bürgerinnen und Bürger am 19. Februar 2022 ihre Empfehlungen für ein „bezahlbares und zukunftsfähiges Wohnen“ beschlossen.

In der konstituierenden Sitzung des Deutschen Bundestages am 26. Oktober 2021 haben sich sowohl der an diesem Tag aus dem Amt geschiedene bisherige Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble als auch die neu gewählte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas für die Nutzung zufällig geloster Bürgerräte auf Bundesebene ausgesprochen.

Die bayerische Gemeinde Leupoldsgrün ist eine von zehn geplanten Modellkommunen, in denen Bürgerräte zum Thema „Enkeltaugliche Zukunft“ einberufen werden. Bürgermeisterin Annika Popp berichtet im Podcast „Wir Kommunalen - nachgefragt“ über die Kooperation mit dem Projektträger LOSLAND.

Auf dem früheren Paketpost-Areal in München will ein Investor ein neues Viertel bauen - mit zwei Türmen, die dann die höchsten Gebäude in der Stadt wären. Obwohl der Plan kontrovers diskutiert wurde, sind die Teilnehmer von vier zufällig gelosten Planungszellen dafür.

50 zufällig geloste Einwohner der englischen Stadt Coventry haben im Oktober und November 2021 in einem Bürgerrat darüber diskutiert, wie Kunst, Kultur und Kreativität zu einer besseren Zukunft für die britische Kulturhauptstadt 2021 beitragen können.

Wie würden die Regeln, die Verfassung, die Gesetze in Österreich aussehen, wenn einfache Menschen sie selbst entwerfen und abstimmen könnten? Das wollten der Verein Respekt.net und die beiden Initiativen IG Demokratie und Mehr Demokratie mit einem Bürgerrat herausfinden.

Bürgerräte bieten auch Menschen ein Forum, die sonst in der Politik nicht zu Wort kommen. Das zeigte sich erneut beim Bürgerrat zur Demokratie in Großbritannien, dessen Empfehlungen am 7. April 2022 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Die alten Griechen hatten eine kostengünstige Technik gegen Korruption, Machtmissbrauch und Überheblichkeit parat, die zudem politische Gleichheit herstellte: das Losen. Kann die Losdemokratie auch in der modernen Welt von heute funktionieren? Der Fernsehsender arte berichtet über Hintergründe.

"Wie ein Sechser im Lotto"

13. September 2021

Martin Coordes und Urte Stahl haben 2019 als zufällig geloste Mitglieder beim bundesweiten Bürgerrat Demokratie mitgemacht. Timo Rieg hat sie in seinem Podcast "?Macht:Los!" zu ihren dort gemachten Erfahrungen befragt.

Wo steht das Südtiroler Dorf Schenna heute? Und wie will sich die Gemeinde in Zukunft weiterentwickeln? Diese und ähnliche Fragen haben die Schenner Bürgerinnen und Bürger in zufällig gelosten Bürgerräten diskutiert.

Um mehr junge Menschen für die lokale Politik zu interessieren, hat die dänische Hauptstadt Kopenhagen Jugendliche zwischen 16 und 24 zu einem Bürgerrat für diese Bevölkerungsgruppe eingeladen.

Wie geht es weiter mit dem Klimaschutz in Deutschland, nachdem der "Bürgerrat Klima" seine Empfehlungen vorgelegt hat? Muss sich unsere Demokratie weiterentwickeln? Dazu spricht der Journalist Timo Rieg im Podcast zur Klimadebatte u.a. mit Kirstin Bekers, Teilnehmerin des Bürgerrates.

Didier Lejeune ist zufällig gelostes Mitglied des ständigen Bürgerdialogs in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Ostbelgien. Losdemokratie ist dort ein fester Bestandteil der Politik. Im Podcast „Mehr Demokratie wagen“ von Balthasar Glättli berichtet der Bauleiter aus dem belgischen Eifeldorf Alster darüber.

Amsterdam sollte einen neuen Wald pflanzen und einen "Klima-Bürgermeister" ernennen. So lauten zwei der Vorschläge eines Bürgerrates, in dem hundert zufällig ausgelosten Bürgerinnen und Bürger der Stadt einen Klimaschutzplan entwickelt haben.

Seit 2019 gibt es in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Ostbelgien die weltweit erste ständige Losversammlung, den "Bürgerdialog". Anna Stuers beantwortet als ständige Sekretärin des permanenten Bürgerdialogs Fragen zu Verfahren und Praxis der Losdemokratie in Ostbelgien.

Bürgerräte mit zufällig gelosten Erwachsenen gibt es viele. Erstmals konnten in einer solchen Losversammlung nun aber auch Kinder ihre Meinung einbringen. Beim Klima-Bürgerrat in Schottland waren die Ideen von Kindern ab 7 Jahren gefragt.

Mit dem Instrument des Bürgerrates lassen sich auch Fragen von bundespolitischer Bedeutung in einem diskursiven Format mit Bürgerinnen und Bürgern erörtern und Lösungsvorschläge erarbeiten. Das ist die Kernaussage einer Auswertung des Bürgerrates „Deutschlands Rolle in der Welt“ durch die Bundestagsverwaltung.

Ein Evaluationsbericht zum Bürgerrat "Deutschlands Rolle in der Welt" vergibt gute Noten für dessen Durchführung. Eine Handreichung und ein Rechtsgutachten weisen der Losdemokratie auf Bundesebene den Weg.

Die FDP hat sich auf ihrem Online-Bundesparteitag vom 14. bis 16. Mai 2021 für „neue Formen der Bürgerberatung“ z.B. auch durch zufällig geloste Bürger:innenräte ausgesprochen. Dadurch sollen die liberale Demokratie und das Parlament gestärkt werden.

Grüne und CDU in Baden-Württemberg wollen die Landes- und Kommunalpolitik für eine breite Anwendung von Losverfahren öffnen. Im am 5. Mai 2021 veröffentlichten Koalitionsvertrag kündigen beide Parteien entsprechende Reformen an. Auch in Rheinland-Pfalz sollen Bürgerräte zum Einsatz kommen.

Von April bis Juni 2021 fand der bundesweite Bürgerrat Klima. 160 zufällig ausgewählte Menschen kamen zusammen und diskutierten über mögliche Maßnahmen zum Umgang mit der Klimakrise.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat am 4. März 2021 eine Studie zu zufällig gelosten Bürgerräten veröffentlicht. Die Studie zeigt die Potenziale und Grenzen dieser Form der Bürgerbeteiligung auf und wirft einen Blick in andere Länder.

Städte und Gemeinden sollen die Durchführung kommunaler Bürgerentscheide mit zufällig gelosten Bürgerräten begleiten. Der Begleitausschuss des Kongresses der lokalen und regionalen Behörden des Europarates hat am 11. Februar 2021 einen Bericht mit einer entsprechenden Empfehlung angenommen.

In Frankreich ist am 6. Juli 2021 der Versuch gescheitert, den Klimaschutz in der Verfassung zu verankern. Senat und Nationalversammlung konnten sich nicht auf eine gemeinsame Formulierung der Verfassungsänderung einigen. Damit wird ein 2020 erarbeiteter Vorschlag des nationalen Klima-Bürgerrates nicht umgesetzt.

In einer Erklärung fordern die Mitglieder des ersten globalen Klima-Bürgerrates Länder, Regierungen und Menschen auf der ganzen Welt auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um den globalen Ausstoß klimaschädlicher Gase drastisch zu reduzieren und die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen.

Nah bei den Menschen

06. Dezember 2020

Linus Strothmann ist in Werder an der Havel Referent für Einwohnerbeteiligung. Hier war er u.a. verantwortlich für einen zufällig gelosten Bürgerrat zur Erarbeitung eines Konzepts für das in der Stadt wichtige Baumblütenfest. Wir haben ihm dazu einige Fragen gestellt.

Grüne für Bürgerräte

23. November 2020

Auf ihrem virtuellen Parteitag am 21./22. November 2020 haben die Delegierten der Grünen beschlossen, die Forderung nach zufällig gelosten Bürgerräten in ihr Grundsatzprogramm aufzunehmen.

69.863 Menschen haben sich mit ihrer Online-Unterschrift für einen bundesweiten Klima-Bürgerrat ausgesprochen. Damit hat die Bundestagspetition der Initiative "Klima-Mitbestimmung.JETZT" weit mehr als die notwendigen 50.000 Unterschriften erreicht.

Die Initiative "Es geht LOS" startet 2021 das Projekt "Wahlkreisrat". In Bundestagswahlkreisen zufällig geloste Bürger:innen befassen sich mit aktuellen politischen Fragen und entwickeln gemeinsam Handlungsempfehlungen für die Wahlkreis-Abgeordneten.

„Abstand halten“ lautet die Parole in Corona-Zeiten. Das gilt auch für Beteiligungsverfahren wie Bürgerräte. Präsenzveranstaltungen sind aus Gründen des Gesundheitsschutzes kaum oder gar nicht möglich. Aber zum Glück gibt es das Internet.

Der Bürgerrat Demokratie hat viel ausgelöst. Das erste bundesweite Beispiel für die Anwendung des demokratischen Losverfahrens hat viele inspiriert. Wie sieht die Bilanz ein Jahr nach dem Bürgerrat aus? Was hat sich seitdem getan? Wir haken in einer Online-Veranstaltung am 12. November nach!

Bei einem Fachgespräch zu zufällig gelosten Bürgerräten im Bundestag-Unterausschuss "Bürgerschaftliches Engagement" am 6. Oktober 2020 sprachen sich alle eingeladenen Expertinnen und Experten für Bürgerräte als Chance zur Weiterentwicklung der Demokratie aus.

Eine Woche vor der Bundestagswahl und den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2021 hat der Bürgerrat "Bildung und Lernen" seine Themen in die Hauptstadt gebracht.

Eine Vielfliegersteuer, die schrittweise Abschaffung umweltschädlicher SUV und die Beschränkung von Autos in Stadtzentren gehören zu den vom britischen Klima-Bürgerrat "NetZero UK“ vorgeschlagenen Lösungen zur Klimakrise. Die klimapolitischen Empfehlungen der zufällig gelosten Bürger:innenversammlung wurden am 10. September 2020 vorgestellt.

In Deutschland wird nach dem "Bürgerrat Demokratie" ein zweiter bundesweiter losbasierter Bürgerrat stattfinden. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble übernimmt beim neuen Bürgerrat zum Thema “Deutschlands Rolle in der Welt” die Schirmherrschaft für eine neue Form der Bürgerbeteiligung im Parlament.

Eine überwältigende Mehrheit der Mitglieder des britischen Klima-Bürgerrates „Climate Assembly UK“ fordert Regierung, Arbeitgeber und andere Akteure dazu auf, Veränderungen zu unterstützen, die Großbritannien klimaneutral machen sollen.

Auf ihrer letzten Sitzung vom 19. - 21. Juni 2020 haben die Mitglieder des französischen Klima-Bürgerrates „Convention Citoyenne pour le Climat“ 149 Empfehlungen beschlossen. Sie beinhalten weitreichende Vorschläge für Bereiche wie Wirtschaft, Verkehr, Wohnen, Handel und weitere Themen.

Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an politischen Entscheidungsprozessen führen zu einer besseren Politik, stärken die Demokratie und können Vertrauen schaffen. Dies ist das Fazit eines Berichtes der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Aktive der Bewegung „Extinction Rebellion“ haben auf der Online-Plattform abgeordnetenwatch.de vielen dort präsenten Abgeordneten Fragen zu zufällig gelosten Bürgerräten gestellt.

Der seinerzeitige Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck hat sich an Ostern 2020 für die Gründung von Bürgerräten ausgesprochen, in denen zufällig ausgeloste Bürgerinnen und Bürger über Konsequenzen aus der Corona-Krise sprechen und Handlungsempfehlungen formulieren.

Das Saarland und Thüringen sollen geloste Bürgerräte als neue Instrumente der Bürgerbeteiligung bekommen. Während sich im Saarland Landtagspräsident Stephan Toscani (CDU) für „repräsentative Bürgerforen“ einsetzt, steht in Thüringen ein Bürgerrat zur Überprüfung der Bürgerbeteiligung im Koalitionsvertrag von Linken, SPD und Grünen.

Ab dem vierten Januar-Wochendende 2020 laufen erstmals vier nationale Bürgerräte zeitlich parallel. In Frankreich, Großbritannien, Irland und Schottland beraten zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger über Handlungsempfehlungen an die Politik.

In Berlin ist im Sommer 2019 im Bezirk Tempelhof-Schöneberg der erste von mehreren Bürgerräten gestartet. Initiiert wurde dieses Demokratie-Projekt von der Gruppe „NUR-MUT!“. Wir haben Mitinitiatorin Uta Claus dazu einige Fragen gestellt.

Wie funktionieren Bürgerräte? Was spricht für zufällig ausgeloste Bürgerversammlungen? Wo gibt es Beispiele und welche Erfahrungen wurden damit gemacht? Onlineseminar-Reihe mit Experten und Bürgerrat-Teilnehmenden.

Wie viele Abgeordnete sollen im Deutschen Bundestag sitzen? Bis heute konnten sich die Parteien nicht auf ein tragfähiges Wahlrecht einigen, das diese und andere Fragen auf befriedende Weise beantwortet. Ein Bürgerrat könnte helfen.