Losungsorientiert

Seit Ende der 2010er Jahre steigt die Zahl geloster Beteiligungsformate wie Bürgerräte und Bürgerforen deutlich an – 2025 wurden bereits mehr als 50 Verfahren durchgeführt. Neben prominenten Beispielen, etwa dem ersten Bürgerrat des Bundestags zum Thema Ernährung, setzen immer mehr politische Ebenen diese Formate regelmäßig ein und schaffen dafür eigene Strukturen und Regeln.

Der Trend wird durch mehrere Faktoren verstärkt: ein wachsendes Bedürfnis nach politischer Mitbestimmung, Erfahrungen mit Konflikten wie Stuttgart 21, Vertrauensverlust in Politik und populistische Zuspitzung sowie gesellschaftliche Krisen und Zukunftsfragen, die neue Formen politischer Entscheidungsfindung erfordern.

Mit der zunehmenden Bedeutung geloster Beteiligung entstehen jedoch neue Fragen: Welche langfristige Rolle können Bürgerräte im politischen System spielen? Welche rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen braucht es dafür? Und welche Schritte lassen sich kurz-, mittel- und langfristig umsetzen? Das Papier "Losungsorientiert: Wie die Bürgerinnen und Bürger wieder Teil der Politik werden" gibt darauf Antworten, indem es fünf Entwicklungsansätze und mögliche Zukunftspfade aufzeigt.

Erarbeitet wurde das Papier im interdisziplinären Forschungsprojekt lospfade in Kooperation mit Dr. Felix Petersen (Universität Münster) und Prof. Dr. Daniela Winkler (Universität Stuttgart) und gefördert von der VolkswagenStiftung.