Losverfahren

Eine Besonderheit am Bürgerrat Demokratie ist das Losverfahren: Zufällig ausgewählte Menschen sprechen über dringliche politische Fragen. Das hat mehrere Vorteile:

1. Die Ausgelosten verlassen ihre üblichen Filterblasen und kommen mit anderen in Kontakt, mit denen sie sonst eher nicht ins Gespräch gehen würden.

2. Es sitzen nicht nur die "üblichen Verdächtigen", also ohnehin politisch aktive und überwiegend hochgebildete Menschen, zusammen.

3. Beim Bürgerrat Demokratie werden politische Fragen jenseits von Machtfragen diskutiert. Die Zusammensetzung des Bürgerrats wird durch die Zufallsauswahl so vielfältig sein, dass Partei- oder Organisationsinteressen hier keine Rolle spielen, sondern jeder Mensch einfach für sich spricht.

Die Auslosung lief computergestützt und in zwei Schritten: Zuerst wurden Gemeinden, dann über deren Einwohnermelderegister Personen ausgewählt. Die Ausgelosten wurden eingeladen. Konnten oder wollten sie nicht teilnehmen, wurde ein Ersatz ausgelost. Es wurde so lange eingeladen bis die Bevölkerung in Deutschland möglichst gut repräsentiert ist. Es wurden 98 Gemeinden angeschrieben, von denen 76 Daten zur Verfügung gestellt haben. Anhand dieser Daten wurden 4.362 Personen angefragt, um 160 Menschen für den Bürgerrat zu gewinnen. Diese kamen dann aus 49 Städten und Gemeinden.