Evaluationsbericht

Der „Bürgerrat Demokratie“ war ein für die Bundesrepublik einmaliges Pionierprojekt und ist Teil einer weltweiten Entwicklung der losbasierten Deliberation, stellt der vorläufige Abschlussbericht unabhängiger Politikwissenschaftler von der Forschungsstelle "Demokratische Innovationen" der Goethe-Universität Frankfurt zum Demokratie-Projekt von Mehr Demokratie und Schöpflin Stiftung fest.

Durch die bedingte Zufallsauswahl sowie Anreizmechanismen habe ein annähernd soziodemographisch repräsentatives Gremium Empfehlungen erarbeiten können. Der Prozess habe zu einer Steigerung der eigenen und fremden politischen Fähigkeiten sowie zu einer größeren Zustimmung zu mehr Beteiligung seitens der Teilnehmenden geführt. Als Schwächen werden benannt, dass „Bildungsbürger“ im Bürgerrat deutlich überrepräsentiert und die Inputs von Expertinnen und Experten teilweise unausgewogen gewesen seien.

Zukünftig seien noch mehr Anstrengungen in Richtung soziodemographischer Repräsentativität notwendig. Methoden der sogenannten „aufsuchenden Beteiligung“ könnten einen substantiellen Beitrag leisten und sollten in zukünftigen Verfahren stärker angewendet werden.

Eine Institutionalisierung und direkte Anbindung losbasierter Bürgerräte an politische Institutionen ist eine weitere Empfehlung.

Vorläufiger Abschlussbericht zum Bürgerrat Demokratie (PDF)