Geloste Schüler diskutieren Jugendbeteiligung

16. September 2022
S. Hofschlaeger / pixelio.de

Politik ist das, was entsteht, wenn Menschen gemeinsam ihre Lebenswelt gestalten. Um dabei auch die jungen Generationen einzubinden, setzt der Verein „Es geht LOS“ gemeinsam mit der sächsischen Stadt Brandis und in Zusammenarbeit mit den dortigen Schulen auf einen gelosten Jugendrat. Gefördert wird das Projekt in der „Förderrichtlinie Bürgerbeteiligung“ des sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung.

Ziel und Umsetzung des Jugendrates

In dem gelosten Jugendrat entwickeln Schülerinnen und Schüler Ideen dafür, wie Jugendbeteiligung in Brandis langfristig verankert werden kann. „Denn die Jugendlichen wissen selber am besten, wie die Beteiligungsangebote gestaltet werden müssen, damit sie gerne teilnehmen. Das Los sorgt dafür, dass ganz unterschiedliche Perspektiven, gerade auch der Schülerinnen und Schüler, die noch nicht im Schülerrat oder der Jugendarbeit aktiv sind, in die Erarbeitung des Beteiligungskonzeptes einfließen“, heißt es dazu auf der Internetseite von Es geht LOS.

Damit möglichst viele Jugendliche mit dem Projekt in Berührung kommen, arbeitet Es geht LOS eng mit der Oberschule und dem Gymnasium Brandis zusammen. Dort werden ab Jahrgangsstufe 7 pro Klasse zwei Schüler/innen ausgelost, an dem Prozess teilzunehmen. Der Jugendrat setzt sich dann aus etwa 60 Schülerinnen und Schülern zusammen.

Gelost - und dann?

Im ersten Treffen des Jugendrates am 26. September 2022 haben sich die gelosten Schüler mit Instrumenten für die Beteiligung von Jugendlichen auseinandergesetzt, die anderswo bereits erprobt wurden. Auf dieser Basis entwickeln sie eigene Ideen und Vorschläge für die zukünftige Jugendbeteiligung in Brandis.

Diese Ideensammlung nehmen die Jugendlichen mit in ihre Klassen, um dort Rückmeldungen zu den Vorschlägen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler einzuholen. So können alle Jugendlichen in der Stadt Einfluss nehmen. Die Rückmeldungen nehmen die Jugendlichen mit zum zweiten Treffen des Jugendrats.

Entwurf für Beteiligungskonzept

In diesem zweiten Treffen am 2. November 2022 geht es dann darum, Grundsätze für die Jugendbeteiligung in Brandis zu entwickeln, aus denen Es geht LOS einen Entwurf für ein Beteiligungskonzept von Jugendlichen für Jugendliche erstellt. Am Abend besucht Katja Meier, Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung des Landes Sachsen, Brandis, um sich ein Bild vom Projekt und der Arbeit des Jugendrates zu machen.

Der Entwurf für das Jugendbeteiligungskonzept wird am 29. November um 18:30 Uhr in einer öffentlichen Sitzung des Stadtrates von Vertreterinnen und Vertretern des Jugendrates übergeben. Ziel ist es, dass die Stadt auf Grundlage dieses Konzepts Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche beschließt, die sich an deren Vorstellungen orientieren. So soll das Projekt auch als Modell dafür dienen, wie Jugendbeteiligung in Kommunen wirksam und nachhaltig gelingen kann.

Mehr Informationen: Jugendrat in Brandis