Bürgerratschlag zu nachhaltiger Ernährung

06. November 2022
Marco Verch / Flickr

Wie wir uns ernähren, beeinflusst nicht nur das eigene Wohlbefinden und die eigene Gesundheit. Auch Herkunft und Herstellung von Lebensmitteln wirken sich vielfältig auf Umwelt und Gesellschaft aus. Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt haben deshalb zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland zu einem Beteiligungsverfahren hierzu eingeladen. Dessen Teilnehmer erarbeiten zusammen mit Fachleuten Vorschläge für Maßnahmen zu einer „Ernährungswende“.

Vom 13. bis 15. Mai 2022 hatte in Kassel eine Bürgerwerkstatt mit 60 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern aus dem gesamten Bundesgebiet stattgefunden. Durch Diskussionen in Kleingruppen und den Austausch mit Expertinnen und Experten wurden verschiedene Maßnahmen für eine Ernährungswende entwickelt.

Schwerpunkt auf pflanzlichen Produkten

Der thematische Schwerpunkt lag dabei auf Maßnahmen, die den Verzehr pflanzlicher Produkte steigern können. „Die Gestaltung von stärker pflanzenbasierten Ernährungsweisen ist ein entscheidender Hebel für eine nachhaltige Ernährungswende“, heißt es dazu auf der Internetseite des Bundesumweltministeriums.

In der zweiten Jahreshälfte 2022 erproben 15 Teilnehmer der Bürgerwerkstatt die von ihnen entwickelten Maßnahmen in ihrem eigenen Alltagsleben. Hierbei soll geklärt werden, wie sich die Maßnahmen im Alltag umsetzen lassen und wie es den durchführenden Personen dabei geht.

Workshop Anfang 2023

Für Anfang 2023 ist ein Workshop zu den Maßnahmenvorschlägen geplant. Daran werden 25 Personen aus der Bürgerwerkstatt teilnehmen. Hier sollen mithilfe des Fachwissens von Experten die endgültigen Maßnahmenvorschläge erarbeitet werden. Auf Grundlage der Ergebnisse aus der ersten Bürgerwerkstatt und den gesammelten Erfahrungen und Eindrücken aus der Erprobungsphase sollen diese Maßnahmenvorschläge in einem Bürgerratschlag weiterentwickelt und beschlossen werden.

Expertinnen und Experten aus Ernährungswissenschaft und -praxis werden die Empfehlungen des Bürgerratschlags danach unter anderem in Bezug auf ihre Umsetzbarkeit und Wirksamkeit hin prüfen. Zudem werden Vertreter gesellschaftlicher Gruppen, wie Jugendliche und Menschen mit Migrationshintergrund, die in politischen Debatten oft oft unterrepräsentiert sind, gezielt eingeladen und angehört.

Maßnahmenprüfung

In einer anschließenden Überprüfungsphase werden 20 Bürgerinnen und Bürger zusammen mit Fachleuten einen abschließenden Workshop durchlaufen. Neben der Überprüfung der Maßnahmen soll dabei auch geklärt werden, welche Maßnahmen besonders gut umsetzbar und wirkungsvoll sind.

Ende 2023 wird die Bürgerwerkstatt mit einer Abschlussveranstaltung beendet. 40 Teilnehmer der ersten Bürgerwerkstatt sowie Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutieren dort über Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen, pflanzenbasierten Ernährungsweise. Außerdem werden die von der Bürgerwerkstatt entwickelten Maßnahmenvorschläge an das Bundesumweltministerium übergeben.

Beteiligungs- und Ernährungsexperten

Mit der Durchführung des Beteiligungsverfahrens zur nachhaltigen Ernährung wurde das Beteiligungsunternehmen ifok zusammen mit NAHhaft e.V., dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Goethe-Universität Frankfurt am Main beauftragt.

Mehr Informationen: Bürgerratschlag Nachhaltige Ernährung