Alle Generationen fair behandeln
Wie wünschen wir uns ein Europa, in dem alle heutigen und kommenden Generationen zu ihrem Recht kommen? Wie können wir die Vision eines Europas, in dem alle Generationen fair behandelt werden, mit Leben erfüllen? Mit diesen Fragen hat sich ein Bürgerforum der Europäischen Union (EU) befasst. Am 16. November 2025 hat die Losversammlung ihre Empfehlungen beschlossen.
150 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten hatten sich von September bis November 2025 getroffen, um darüber zu diskutieren, wie eine generationengerechte Europäische Union aussehen sollte und was wir für eine Zukunft tun können, in der sich alle Generationen entfalten können.
Vision der Bürgerinnen und Bürger
Die Empfehlungen spiegeln die Vision der Bürgerinnen und Bürger von einem Europa wider, das allen Generationen (der heutigen und den zukünftigen) gerecht wird:
1. Lernen ohne Altersbeschränkung
2. Brücken zwischen Nationen schlagen, Kulturen feiern
3. Alle Generationen für eine nachhaltige Zukunft der Ernährung sensibilisieren
4. Stärkung der nachhaltigen Landwirtschaft durch verstärkte EU-Unterstützung
5. Friedenssicherung und Verteidigungsfähigkeit
6. Ernährungssicherheit und -souveränität
7. Verbesserung der politischen Bildung aller Generationen
8. Verbesserung und Ausgewogenheit der Vertretung aller Generationen
9. Sicheres Wohnen, starke Gemeinschaften, würdiges Leben
10. Regulatorische Beschränkungen für Bauträger und Investoren
11. Bildung für alle
12. Förderung des Wertes und der Würde menschlicher Arbeit
13. Saubere Energie für alle
14. Ausschuss für Umweltverantwortung (auf EU-Ebene)
15. Verhinderung negativer Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf Beschäftigung und Lebensstandard
16. Grenzen für den verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz
17. Stärkung des praktischen und lebenslangen Demokratie-Lernens
18. Harmonisierte EU-Bildung mit praktischer Ausbildung und generationsübergreifendem Austausch
19. Harmonisierte Steuergerechtigkeit und Umverteilung der Einnahmen
20. Faires und nachhaltiges EU-Rentensystem
21. Kulturelle und soziale Integration von Migrantinnen und Migranten
22. Lokaler Generationenpakt
23. Verknüpfung von Gesundheit, Umwelt und Lebensbedingungen
24. Reform der öffentlichen Gesundheitssysteme
„Künftigen Generationen keinen Schaden zufügen“
„In einer Zeit des Wandels und des Übergangs will die Europäische Union auf ihrer gemeinsamen Geschichte aufbauen und den Blick nach vorn, in eine nachhaltige und inklusive Zukunft richten. Um dorthin zu gelangen, müssen wir dafür sorgen, dass unsere heutigen Entscheidungen künftigen Generationen keinen Schaden zufügen und dass Menschen unterschiedlichen Alters solidarischer sind und stärker aufeinander zugehen“, heißt es auf der Internetseite des Bürgerforums.
Vor diesem Hintergrund haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Folgendes Gedanken gemacht:
- Wie kann das Trennende zwischen den Generationen zum Nutzen aller durch die Förderung einer Erzählung von Solidarität, gegenseitiger Hilfe und geteilter Verantwortung überwunden werden?
- Wie können wir einen Ausgleich zwischen den Bedürfnissen und Interessen aller Altersgruppen, auch der künftigen Generationen, herbeiführen?
- Wie können wir langfristig denken, um eine gerechtere und widerstandsfähigere Gesellschaft aufzubauen?
Was vom Bürgerforum zu erwarten war
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums haben gemeinsam ihre Standpunkte als Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Generationen diskutiert und dabei aus dem Schatz ihrer vielfältigen Lebenserfahrung geschöpft. Sie haben sich mit Visionen über eine gerechtere Zukunft für alle beschäftigt, mögliche Wege zur Verwirklichung dieser Visionen erkundet und darüber gesprochen, welche Ideen und Aktionen die größte Durchschlagskraft haben können.
Am Ende haben die Bürgerinnen und Bürger als erste die konkreten politischen Vorschläge begutachten und kommentieren, die politische Entscheidungsträgerinnen und -träger gemeinsam mit Sachverständigen ausarbeiten, um eine für alle Generationen gerechtere Europäische Union voranzubringen.
Abschließend hat das Forum eine Reihe von Empfehlungen abgegeben, die in die Strategie für Generationengerechtigkeit einfließen werden.
Zeitplan
Das europäische Bürgerforum zur Generationengerechtigkeit hat an drei Wochenenden zwischen September und November 2025 getagt
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12. - 14. September
1. Tagung - Brüssel
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Einführung in das Thema „Generationengerechtigkeit“
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Austausch erster Ideen, die die Teilnehmenden am vielversprechendsten für diese Maßnahme finden
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17. - 19. Oktober
2. Tagung - online
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Bestandsaufnahme der ersten Sitzung und Entwicklung von Ideen nach Thema und Fragestellung
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Erste Phase der Ausarbeitung von Empfehlungen
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14. - 16. November
Abschlusstagung - Brüssel
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Erarbeitung von Schlussfolgerungen aus den Debatten und Empfehlungen für die EU-Kommission
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Erläuterung der nächsten Schritte – Auswirkungen auf die EU-Politik
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Von Tür zu Tür
Im Juni 2025 hatte die Sortition Foundation die Gewinnung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Losversammlung abgeschlossen. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern in der gesamten EU haben sie an Türen geklopft und Bürgerinnen und Bürger aus 150 zufällig ausgewählten Orten in allen EU-Ländern angesprochen.
Aus dem ursprünglichen Pool interessierter Menschen wurde eine endgültige Gruppe von Bürgerrat-Mitgliedern nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, die die Vielfalt der Bevölkerung der EU unter Berücksichtigung von Geschlecht, Bildung, Beruf und dem Spektrum zwischen ländlichen und städtischen Gebieten repräsentiert.
Online-Beteiligung
Die EU wollte die Meinung aller Europäerinnen und Europäer dazu hören, wie eine generationengerechte Zukunft aussehen könnte. Wie können wir Menschen unterschiedlichen Alters miteinander in Kontakt bringen und die Beziehungen zwischen alten und neuen Generationen stärken? Bis Ende Juli 2025 konnten Interessierte Ihre Ideen und Visionen dazu mitteilen.